Ich fühle mich wie in einer tropischen Wohlfühloase, in meiner neuen Pousada. Tiefes, sattes Grün, wohin das Auge schaut. Zu meiner Freude gibt es auch einen Yoga Ort. Den occupiere ich gleich.





Mit Tay, der Guide den ich vorgebucht habe, stehe ich Kontakt. Leider hat er heute keine Zeit für mich. Ich hätte mich zwar am sehr frühen Morgen spontan einer Tour anschließen können, aber ich entscheide mich dagegen. Etwas Erholung von der anstrengenden Fahrt hierher und Ankommen in meiner neuen Pousada erscheinen mir attraktiver. Allerdings hat Tay am Nachmittag auch keine Zeit, obwohl wir vage verabredet waren. Schon im Januar hatte ich ihn, den Deutsch sprechenden Elsässer gebucht. Egal, wir haben ja noch den Freitag und den Samstag. Hoffe ich!
Also entschließe ich mich nach dem reichhaltigen und köstlichen Frühstück (es gibt super frisches und reifes Obst, aber auch herzhafte Leckereien, was für Brasilien ungewöhnlich ist. Meist frühstückt man süß, eine Auswahl an Kuchen und Cremes ist Standard), einen Gang durch den Ort zu machen und eine Massage für den Mittag zu buchen. Wellness am ersten Tag scheint mir ein gelungener Einstieg für meinen Aufenthalt hier zu sein.
Der Ort ist klein, 10.000 Einwohner und vermutlich 5000 wilde Hunde und Katzen. Fasziniert bin ich von den kräftigen bunten Farben der Häuser. Das hat Tradition, das war schon in der Kolonialzeit so. Da könnte sich Berlin mal ne Scheibe abschneiden. Oder ganz Deutschland, z.B. auch das Ruhrgebiet (ich grüße meine Lieben dort). Da bekommt man bei grauem Himmel sofort gute Laune. Den Menschen hier muss es ähnlich gehen. Ruhe und Gelassenheit strahlen sie aus, immer bereit zu einem kleinen Plausch.
Gott muss heiter gewesen sein, als er diese Gegend erschuf.















Am Nachmittag kommt Maria, die mir eine wunderbare Massage verabreicht. Eindeutig, ich bin im Himmel gelandet!



Die Sonne bricht durch. Juhuu! Das ist besonders tourtechnisch eine gute Nachricht. Zur Zeit sind viele Ziele im Nationalpark geschlossen, weil die Straßen überschwemmt und die Wege unpassierbar sind. Leider auch mein Favorit, eine Wanderung zu einer Grotte, in der ich hätte tauchen können.
Da mein Zimmer direkt über dem kleinen Swimmingpool liegt, kann ich gut das Geschehen beobachten. Zu beobachten gibt’s allerdings nicht viel, überlaufen ist diese Pousada zur Zeit nicht. Mein Glück. Ich beobachte einen Gast mit einem riesigen Eisbecher. Das will ich auch. Ich schwinge mich in meinen Badeanzug, ich werde den Pool ausprobieren. Ich erkundige mich bei dem Mann, was er bestellt hat (in dieser Anlage komme ich mit Englisch gut durch), er grinst und antwortet: Frozen Margarita. Er und seine Frau würden die Sonne feiern. Na klar. Was für eine super Idee, her mit eine Frozen Margarita!
Am Abend spaziere ich zum Essen gehen noch einmal durch den Ort. Plötzlich hat das Bild sich verändert. Die Beschaulichkeit ist dem Tourismus gewichen. Lençóis lebt davon, der Ausgangsort für die Chapada Diamantina zu sein.








