Tag 7 und 8 – Imbassaí

Gerade als ich die Überschrift tippe, fällt mir auf, dass ich jetzt schon eine Woche unterwegs bin. Es ist kurz und lang gleichermaßen. Lang, weil ich schon voll mit Eindrücken bin, kurz, weil noch so viel Tage vor mir liegen. Yeah!

Gestern bin ich in Imbassaí angekommen. Wie wie bereits erwähnt, habe ich meine Reiseroute vorgebucht. Ich wusste nur, ich wollte nach Rio de Janeiro und in den Amazonas. Aber Brasilien ist so groß wie ein Kontinent und ich hatte keine Vorstellung davon, wie lang man braucht, um von einem Ziel zum anderen zu kommen. Dann hatte ich die Idee, mich von einem Reiseführer beraten zu lassen, der dies als Service im Internet anbot. Nicolas, ein Deutscher, der in Salvador lebt, schlug mir einige schöne und machbare Ziele vor. Nachdem ich mir eine Reiseroute zusammengestellt hatte, modifizierten wir, bis diese Tour entstand. Und ob nun in Rio, oder jetzt unterwegs, ich verbringe viel Zeit auf der Rückbank eines Autos.

Nicolas hatte auch einige Vorschläge für Unterkünfte, und so bin ich bei Rolf aus der Pfalz gelandet, diese kleine Anlage seit 23 Jahren betreibt und mit einer Brasilianerin verheiratet ist. Dass von den anderen Gästen beim Frühstück deutsche Sprachfetzen zu mir dringen, stört mich weiter nicht.

Meine Hütte ist okay, aber sie liegt an der Flussseite und ist umrundet mit zwei Bars, in denen von morgens bis in die Nacht Bands für die Touristen spielen. Wenn ich in meiner Hängematte liege, werde ich dauerbeschallt.
Meine vorsichtige Anfrage, ob vielleicht eine andere Hütte frei wäre, beantworte Rolf mit dem Hinweis, es wäre an allen Hütten ähnlich, Brasilien sei laut, was stimmt! Ich könnte froh sein früher hätten die Bands immer richtig den Bass aufgedreht, aber „meine Beschallungsbar“ , also die, die zirka 50 m entfernt ist, hätte jetzt nur noch den Gitarristen und würde auch gegen 22:00 Uhr aufhören.

Seitdem interpretiere mein Aufenthalt neu. Ich denke einfach, ich bin auf einem Musikfestival. Es funktioniert! Als ich gestern Abend in der Hängematte liegend noch ein Bier auf meiner Terrasse trank, genoss ich die brasilianische Musik im Hintergrund. Und da ich bereits um 4:00h morgens aufgestanden war, störte sie mich auch nicht, als ich komatös um 21h ins Bett fiel.